Nordlichter | Aurora Borealis auf Island

Warum macht man im Winter Urlaub in Island – dem Eisland? Ja genau, um Polarlichter zu sehen. Das war auf jeden Fall unser Plan. Die Chance die Aurora Borealis zu sehen hat man in der Regel im Winter. Manchmal auch schon im Herbst, also von September bis März. Wenn die Nächte kalt und sternenklar sind, braucht man nur noch Glück, dass die grünen Lichter sich auch zeigen wollen.

Alle Blogposts, die ich zu meinem Island-Urlaub veröffentliche habe:

Wie entstehen Nordlichter?

Die Aurora Borealis ist ein Lichtphänomen, das entsteht, wenn energiereiche, geladene Teilchen auf die Erdatmosphäre treffen. Typischerweise sind die Nordlichter als grüne Schleier am Himmel zu erkennen.

Bei Sonnenstürmen wird das Plasma des Sonnenwindes, also die geladenen Teilchen, durch das Erdmagnetfeld in weitem Bogen um die Erde bis hin zu den Polen gelenkt, denn hier durchdringen die Feldlinien die Erdatmosphäre. Deswegen kommen Polarlichter hier am häufigsten vor. Das heißt aber nicht, dass es nur möglich ist hier Polarlichter zu sehen. Nur die Häufigkeit ist erhöht. Die geladenen Teilchen fliegen durch den Weltraum (Vakuum), bis sie mit anderen Teilchen kollidieren um dort ihre Energie zu übertragen. Passiert das in der Erdatmosphäre mit bspw. Sauerstoffatomen, werden diese durch die Energie angeregt und leuchten.

Kurzer Nerdtalk (Dafür ist mein Chemiestudium doch gut): Wenn ein Atom von einem energiegeladenen Teilchen getroffen wird, gibt das Teilchen beim Zusammenstoß die Energie an das Atom ab. Ein Atom wiederum besteht aus Elektronen, die um einen Kern aus Protonen und Neutronen kreisen. Nach dem Energie-Erhaltungssatz gilt, dass Energie übertragen und umgewandelt, aber nie verloren gehen kann. Das geladene Teilchen kollidiert also mit einem Elektron in der Atomhülle und regt dieses Elektron dazu an diese Energie aufzunehmen. Diese überschüssige Energie will das angeregte Elektron in der Atomhülle aber direkt wieder loswerden und sendet diese in Form eines Photons aus. Je nach Energiemenge haben die Photonen unterschiedliche Wellenlänge, welche dann in unterschiedlichen Farben resultiert. Die Photonen sind also die Teilchen, die wir dann am Himmel leuchten sehen. Bei Sauerstoff in ca. 120 km Höhe sehen wir die Photonen als grünes Leuchten.

Nordlichter entstehen durch die Anregung von Atomen in unserer Erdatmopshäre, die hauptsächlich aus Sauerstoff und Stickstoff besteht. Daher können die Polarlichter auch in unterschiedlichen Farben leuchten. Grün und rot bspw. wird durch die Anregung von Sauerstoff verursacht, Stickstoff macht hingegen blaues Licht.

Die Aurora ist also ein Nachtleuchten der Sauerstoff- und Stickstoffatome in der Erdatmosphäre, die durch eintretende hochenergetische Elektronen angeregt werden.

So erhöhst Du die Chancen Polarlichter zu sehen

Entscheidend für den Erfolg ist neben einer hohen Aktivität auch freie Sicht, also ein wolkenloser Himmel. Auf der Seite des Meteorologischen Instituts von Island bekommt man stündlich aktualisierte Vorhersagen, was die Wolkenbedeckung über dem Land betrifft: cloud forecast Iceland

Außerdem wird auf dieser Seite auch immer ein Aurora forecast angezeigt, der die Sonnensturm Aktivität angibt und zeigt, ob Island überhaupt in dem Gebiet liegt in dem es eine Chance auf Nordlichter gibt.

Wir haben diese genutzt und für einen Tag mit hoher Aktivität das Örtchen Stykkisholmur als potentiell guten Spot ausgemacht und wir sollten nicht enttäuscht werden.

Außerdem ist es essentiell die Lichtverschmutzung zu reduzieren, sollten die Polarlichter nicht zu intensiv sein. Such Dir einen dunklen Spot, weg von Straßenlaternen oder beleuchteten Häusern. Es reicht oft schon ein paar Kilometer aus der Stadt herauszufahren und einen abgelegenen Feldweg zu finden, an dem nicht ständig Autos vorbei fahren.

So erkennst Du Polarlichter

Das ist wirklich spooky. Ich habe die ganze Zeit nach grünen Lichtern Ausschau gehalten, aber das einzige, was wir am Himmel erspähen konnten, waren weiße Nebelschwaden. Dachten wir zumindest, bis wir die Kamera auf diese gerichtet haben: Auf einmal schimmerten die Lichter im intensiven Grün.

Die Aurora Borealis tanzte über unseren Köpfen. Sie tauchte hier auf und verschwand dort. Mal als Schleiher, mal als Streifen, dann nur ein kleiner Punkt. Ein Schauspiel und absolut faszinierend.

Wir fahren in dieser Nacht fast 2,5 Stunden aus Stykkisholmur zurück nach Reykjavík weil wir einfach nicht genug kriege können und bei jeder Gelegenheit anhalten um die Köpfe und unsere Kameras gen Himmel zu richten. Um 2 Uhr Nachts sind wir zurück – todmüde aber beseelt: Wir haben es geschafft und Polarlichter gesehen! Check!

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