Essen in Shanghai | China

Ich esse mich durch die Stadt und probiere Streetfood, lokale Spezialitäten und Sterneküche. Shanghai hat extrem viel zu bieten. Ganz besonders toll, finde ich das Streetfood. Ich bin davon überzeugt, dass man de kulinarische Identität eines Landes am Besten über Streetfood erfasst, weil es das ursprünglichste und traditionellste Essen ist, was es gibt. Zumindest in Ländern, in denen Streetfood eine gewisst Historie hat. In Shanghai bekommt man von gegrillten Fleischspießen, über Wraps bis hin zu Suppen-Dumplings alles auf der Straße oder in kleinen Imbissen.

Hier findest Du alle Artikel, die ich über meine Zeit in Shanghai geschrieben habe:

In diesem Artikel:

  • Taian Table***
  • fabula*
  • Rambu
  • Sandian Golden Black
  • Pudding Papa
  • Three Danhonggao
  • Lanzhou Hand pulled Noodles
  • Streetfood in Xinchang:
    • Mooncakes
    • Stinky Tofu
    • Dumplings
  • Wo ich mit Kollegen esse
  • Imbiss vs. Restaurant-Ketten

Taian Table

Mit 3 Michelin Sternen ausgezeichnet ist das Restaurant Taian Table momentan (September 2026) das einzige seiner Art in Shanghai. Einen ausführlichen Artikel über meinen Besuch bei Christiaan Stoop und Stefan Stiller findest Du hier Taian Table | Shanghai

fabula

Das Restaurant fabula ist mit einem Michelin Stern ausgezeichnet und kombiniert Chinesische Aromen mit europäischen Kochtechniken. Ein unheimlich spannendes Konzept, das die drei Inhaber in ihrem Restaurant präsentieren. Den ausführlichen Artikel über meinen Besuch bei Zee, Charles und Ricky findest Du hier fabula | Shanghai, China

Rambu

Christian Stoop – Chefkoch des Taian Table empfielt mir das Restaurant Rambu mit den Worten: „Dort gehen Köche zum essen hin!“ Für mich ein ausschlaggebendes Argument und eins gleich vorweg: Ich bin begeistert!

Inhaber Yun hat jahrelang in der Sternegastronomie gekocht bis er irgendwann für sich beschlossen hat: Jetzt reichts – ich mache kein Fine Dining mehr, sondern biete Süd-Ost asiatische Fusion Küche auf höchstem Niveau im Bistro Style an. Genau das bekommst Du im Rambu: Geile Produkte, außergewöhnliche Gerichte mit überraschender Aromatik und das alles in einem stylischen Ambiente. Die Service Kräfte sprechen alle Englisch und erklären, was auf dem Teller liegt. Wir bestellen 9 Vorspeisen und probieren uns durch. Meine Favoriten: Snapper Tartar und Rojak.

Das Snapper Tartar wird mit Lychee, Sambal Matah und Asam serviert.

Rojak ist ein traditioneller Salar der in Singapur, Malaysia und Indonesion gegessen wird. Ananas und Jicama (ein Wurzelgemüse, das wie eine Kreuzung aus Apfel, Rübe und Kohlrabi schmeckt) werden mit einem süß-herzhaften Dressing serviert und im Rambu mit Erdnuss-Granita und frischen Kräutern getoppt.

Papaya Salat: Inspiriert von Som Tum, einem säuerlich-scharfen Salat feinen Streifen von der grünen Papaya, der zu den bekanntesten und beliebtesten Gerichten der thailändischen Küche zählt. Verfeinert wird mit Kaffir Limettenblättern, Cashewnüssen und frischem Koriander.

Thai Tatare-ki mit Tom Yum Mayo, pikant-scharfem Knusperreis und rohem Rindfleisch

Nasi Ulam ein traditioneller Reissalat, der mit frischen Kräutern und Sambal serviert wird. Im Rambu mit Ginger Torch flower, Hühnerhaut, Sambal und knusprigem Fisch.

Gegrille Mutton Skewers: Gegrillte Lammspieße mit Betelblättern, eingelegten roten Zwiebeln und Erdnüssen

Zabb Zabb Fried Chicken mit einem Salat aus grüner Mango und frischem Fenchel auf Straciatella Käse, was praktisch das Innere einer Burrata ist.

Nam Tok: Gegrillte Rinderzunge, Sauerteig-Dashi und geröstetes Reispulver. Nam Tok ist ein traditionelles Gericht aus Laos und Nordthailand (Isan). „Nam“ bedeutet wörtlich „Wasserfall“. Der Name leitet sich von dem Geräusch ab, das das Fleisch auf den Kohlen erzeugt, wenn Fett und Bratensaft heruntertropfen und dabei an einen Wasserfall erinnern.

Rambu Flat Bread mit grünem Curry, Garnelen und frittiertem Kohl.

Sandian Golden Black

In der Fumin Road reiht sich eine Boutique an die nächste und hier finde ich auch das San Dian Golden Black. Ein kleiner Imbiss mit günstigen Preisen und köstlichem Essen. Man setzt sich einfach den Tisch, scannt den QR Code via AliPay und hofft, dass die Übersetzung funktioniert. Falls nicht, gibt es hier aber auch eine englische Karte. Mein Favorit sind die gedämpften Süßkartoffelblätter, die in einer köstlichen Soße serviert werden. Dazu esse ich eine Portion vom Black Gold Braised Pork, ein Black Gold Hand-Fried Century Egg, das mit pikanten grünen Paprika serviert wird und ein Schälchen Tofu. Ich bestelle keinen Reis, sondern lieber noch ein Schälchen Liaoning Street Mushroom and Meatball Soup. Super lecker, nach wenigen Minuten auf dem Tisch und günstig. Ich zahle für alles zusammen 55 RMB – nicht ganz 5 € – und bin satt und glücklich.

Pudding Papa

Ein bliebtes Desser in Shanghai ist Pudding. Bei Pudding Papa, ebenfalls in der Fumin Road, gibt es diese in allen möglichen Geschmacksvarianten. Ich probiere die Schokoladenvariante: Ein Teigbällchen mit Pudding gefüllt und Pudding getoppt – richtig lecker! Bei meinem zweiten Besuch probiere ich den Schoko-Minz-Pudding – erinnert mich an After-Eight – aber in lecker! Zum Mitnehmen bekommt man die Puddings in einem Karton, Kühltasche mit Eispack, Löffel und Einmalhandschuhen, damit man sich nicht vollkleckert. Pudding Papa ist vor allem bei den jungen Chinesen beliebt, so wie auch das ganze Viertel um die Fumin Road herum.

THREE Danhonggao

In der Changle Road 611 liegt der kleine Imbiss THREE Donhonggao, der gefüllte Omelett serviert. Ich probiere eine herzhafte Variante mit Rote Bete, Rucola, Pinienkernen und veganem Käse. Total lecker und ein ganz neuer Geschmack, ganz anders, was ich sonst so in China gegessen habe. Die süße Variante mit Brombeeren, Blaubeeren, Mascarpone, griechischem Joghurt, Vanille und dunkler Schokolade genieße ich danach. Einfach köstlich und die beiden Mädels, die die Omelettes zubereiten sind einfach zucker!

Lanzhou Beef Noodles | Uigurian Hand Pulled Noodles

Dieser kleine Imbiss liegt direkt gegenüber meines Hotels und serviert frische, handgezogene uigurische Nudeln. Die Uiguren sind eine ethnische Minderheit in China und die eine einzigartige Kultur leben, welche viele Elemente der türkischen und zentralasiatischen Traditionen umfasst. Sie verwenden eine arabische Schrift und sind überwiegend muslimischen Glaubens. Ihre Küche, Musik und Kunst sind sehr stark von ihrer Religion und Kultur geprägt, deshalb schmeckt das Essen hier auch ganz anders, als in anderen chinesischen Restaurants, in denen ich gegessen habe. Ich bestelle gebratene und von Hand gezogene Nudeln mit Rind und Gemüse, dazu noch etwas gepickeltes Gemüse, zwei Lammspieße und eine Flasche Wasser. Für alles zusammen zahle ich 37 RMB, also etwa 3,50€: Lanzhou Beef Noodles in der Dongfang Road No. 9 (Distrikt: Pudong).

Xinchang Ancient Town

In dieser superhübschen Wasserstadt gibt es einiges an Streetfood zu entdecken. Ich empfehle Dir, einfach durch die Straßen zu streifen und zu probieren, was Dich anlacht. Allerdings solltest Du diese drei Gerichte auf jeden Fall probieren:

Mooncake

Im traditionellen Viertel verteilt finden sich viele kleine Imbissbuden, die Mooncakes mit herzhaften Füllungen anbieten. Ich habe dort gegessen, wo ich beobachten konnte, wie diese frisch zubereitet werden. Füllungen gibt es in allen möglichen Varianten: Fisch, Fleisch oder vegetarisch. Ich würde empfehlen: Probier‘ Dich einfach durch!

Stinky Tofu

Beim Stinky Tofu ist der Name tatsächlich Programm: Man riecht schon ein paar Gassen weiter, wo der beliebte Snack zubereitet wird. Mir persönlich hat er nicht geschmeckt, aber meine Kollegen lieben dieses Streetfood. Ich würde sagen: Probier es einfach aus! Aber Achtung bei der Chilisauce, die ist wirklich höllisch scharf!

Der traditionellste und beliebteste Imbiss für Stinky Tofu ist Jiangsan Stinky Tofu in der PudongXinchang Street No. 371. Direkt links nebendran gibt es ein herzhaftes, frittiertes Rettichgebäck namens You Dun Zi (油墩子) zu kaufen. Ebenfalls sehr lecker und sehr traditionell!

Dumplings

Nur ein paar Meter weiter gibt es die wohl besten Dumplings in Xinchang zu kaufen. Die Form ist besonders und nur in Xinchang Ancient Town so üblich. Den Inhabern dieses Imbisses kann man dabei zusehen, wie sie die Teigblätter füllen. Dabei wird eine Art Schaber benutzt und der Dumpling oben offen gelassen. Beim Dämpfen bildet sich unten im Dumpling Bratensaft. Daher: Erst aufbeissen, dann den heißen Saft schlürfen und dann den Rest des Dumplings genießen.

Wo ich mit den Kollegen essen gehe

In der Mittagspause gehe ich mit meinen Kollegen einige Male in einen nahegelegenen Foodcort und probiere dort Malatang, Dumplings und Wraps.

Malatang ist dabei mein absoluter Favorit: Ich bediene mich an Gemüse, Tofu und Proteinen aus einem großen Kühlschrank und gebe meine Auswahl in der Küche ab. Nach 5 Minuten bekomme ich meine Zutaten gegart mit einer leckeren Sauce zurück. Einfach herrlich lecker und passt perfekt zu meinem Ernährungskonzept!

Auch toll sind die mit Gemüse gefüllten Wraps. Auch hier suche ich mir selbst aus den Gemüsen aus und gebe alles in eine Schüssel. Die Köchin gibt meine Auswahl dann auf den Wrap und gart es durch. Dieses Streetfood ist wirklich total lecker!

Und hier noch ein paar Impressionen von den Dinnern in Restaurants mit den Kollegen.

Imbiss vs. Restaurant-Ketten

Shanghai ist riesig und daher ist es auch die Wahl an Essen. Egal, wo ihr in Shanghai unterwegs seid, haltet einfach Ausschau nach Restaurants oder Imbissen, in denen die Locals essen. Das ist immer ein gutes Zeichen. Was ich persönlich eher meiden würde, sind die klassischen Restaurant-Ketten und von denen gibt es unglaublich viele in Shanghai. Vor allem im Malls. Dort fand ich das Essen im allgemeinen am wenigsten spannend. Ich persönlich mag spezialisierte und Inhabergeführte Läden, die keine Ketten sind. Also z.B. kaufe ich gerne bei dem alten Mann, der de ganzen Tag nur diese eine Sorte Dumplings macht, oder ich esse gerne bei der jungen Frau, bei der ich zusehen kann, wie sie die Mooncakes füllt bevor sie sie backt.

Restaurant-Ketten haben in der Regel keinen Charme. Es sind meist große Restaurants, in denen man an großen Tischen gemeinsam sitzt. Viele Restaurants wirken wie kühle Hallen, Gemütlichkeit scheint den Chinesen nicht wichtig zu sein. Einer bestellt das Essen für alle und die einzelnen Gerichte kommen nach und nach auf den Tisch. Dann fängt man einfach an und jeder bedient sich an allem. Die Bedienungen fragen in der Regel nicht nach, ob alles in Ordnung ist sondern sind nur zum Servieren da. Abgeräumt wird, nachdem man gegangen ist. Wenn alle fertig gegessen haben steht man auf und geht – gemeinsames Essen wird hier nicht wirklich zelebriert, sondern einfach gemeinsam eingenommen. Das Essen in solchen Ketten ist nicht schlecht, ganz im Gegenteil ich persönlich mag nur einfach die Atmosphäre nicht. Ich persönlich setze mich lieber in einen kleinen Imbiss, an viel zu kleine und unbequeme Stühle und genieße dort die Spezialität des Hauses.

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